Die Mischung macht's




Heute habe ich wieder die ostfriesischen Pepernööten gebacken. Ich liebe sie, diese harten, unglasierten, kleinen Kugeln, die gerne auch etwas härter sein dürfen. Ihren würzigen Geschmack mag ich sehr. Aber heute habe ich etwas falsch gemacht. Zuviel Butter war im Teig. Es steht im Rezept, man soll ein halbes Stück Butter nehmen. Das habe ich nach Augenmaß abgeschnitten und ganz offensichtlich zuviel davon, denn die geformten Kügelchen flossen auf dem Backblech im Ofen auseinander. Das hat dem Geschmack nicht geschadet, aber es waren keine Kügelchen mehr, sondern platte Kekse, die ich auseinander brechen musste. Und hart waren sie auch nicht, sondern bröselig-weich. Trotzdem lecker.
Die Mischung muss stimmen. Bei mir stimmte sie nicht. Das war zwar nicht schlimm, aber eigentlich sollte es anders sein.

Die Mischung muss stimmen in unserem Essen, sonst schmeckt es nicht oder nicht so gut. Jedes Gericht, das wir kochen, braucht ein ausgewogenes Verhältnis:
- Salz und Pfeffer, 
- Paprika, Muskatnuss... Überwiegt ein Gewürz, kann es schnell ungenießbar werden.

Die Mischung muss stimmen in unserem Leben: 
- Arbeitszeit und Freizeit,
- Eingebundensein und Freiräume,
- Ferne und Nähe in unseren Beziehungen, in denen wir leben.
- Hektik und Stille.
- Für sich sein und mit und für andere sein.

Die Mischung muss stimmen.
In der Gesellschaft und in unserem Land. Wir haben schon lange Frieden, von dem wir vermutlich gerade alle begreifen, wie kostbar und gleichzeitig zerbrechlich er ist. 
Ich werde das Gefühl nicht los, als ob bei uns die Mischung gar nicht mehr stimmt:
- Arm und Reich, die Kluft wird immer größer. Immer mehr Menschen sind auf Nahrung von den Tafeln angewiesen, was in so einem Land wie Deutschland unfassbar ist. Armut nimmt den Menschen ihre Würde.
- Respekt im Umgang klappt immer weniger. Alle möglichen Leute hauen in den sogenannten sozialen Medien ihre Meinung raus, oft mit ungefilterten und bösen Worten.
- Bewahrung der Schöpfung klappt immer weniger. Die Erde und das Leben auf ihr ist sehr gefährdet durch steigende Temperaturen. Wir merken es selber. Die Sommer werden wärmer, die Winter auch. Stürme und Überschwemmungen sind sehr häufig geworden. Tierarten sterben aus, große Landstriche werden unbewohnbar für Mensch und Tier. Trotzdem brüllen uns Leute entgegen, sie wollen weiter so leben wie bisher und keinerlei Einbußen hinnehmen.
- Gewalt in Sprache und Handeln wird mehr. Dinge, die man früher nie sagte, werden auf einmal anscheinend salonfähig. Leute, die ihre Meinung sagen, werden bedroht. Jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger haben wieder Angst um ihr Leben.
Ich könnte endlos so weiterschreiben, höre hier aber mit den Beispielen auf. 
Weihnachten 2024: wir hören wieder dieselbe Geschichte von den beiden, die keinen Raum in der Herberge fanden. Von dem Kind, das in großer Armut geboren wurde und für das es nur eine Futterkrippe als Bettchen gab. Von Hirten, diesen ruppigen Gesellen, die nachts Schafe hüteten. Von Engeln, die auf einmal Licht brachten, sehr viel. Und dann ist da das großartige Wort: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.

Gott die Ehre geben, das heißt für mich: an ihn glauben, auf ihn vertrauen, mit ihm rechnen. Das ist für mich ein ganz wichtiges Puzzleteil im Leben - Friede auf Erden das andere. Frieden durch Achtung der anderen, Wertschätzung, Nächstenliebe. 
Es kommt auf die Mischung an. Und wenn beides in den Lebensmischungen fehlt, dann landen wir im Chaos. Wir sind leider schon ganz weit hin auf dem Weg in Chaos.

Los, ihr Engel, bitte kommt wieder, überflutet uns mit Licht und guten Worten. Wir brauchen das so dringend. 

Kommentare

Kommentar veröffentlichen